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RAR - RICHTIG AM RAND
Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender mit Behinderung
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Dreizehntes Café-Geflüster ...

Dreizehntes RAR-Café am 16.11.2013

Corrie und Andreas kredenzen Stollen und Spekulatius. Jeff haben sie verpaßt, Hans hat abgesagt, Frank ist nicht da. Theo aus Bonn ist mal wieder mit dabei. Er hilft beim Eindecken. Lisa und ihre Kollegin gebärden für ihn. Auch Lothar aus Münster reist erneut an. Reiner ist natürlich auch wieder da. Erstmals finden Justus und Ilja zu uns. Sie sind zwei "Normlos", wie sie sagen, kommen vom Film, bringen Interesse am Leben von LSBT mit Behinderung mit.

Bereits während des Kaffeetrinkens sprudeln Fragen aus Justus heraus. Die Anwesenden kommen mit ihm und Ilja schnell ins Gespräch. Vom angekündigten Thema rücken wir ab und widmen die Gesprächsrunde den Fragen des Duos.

Unser Leben - wie im Film?

Justus und Ilja arbeiten sonst mit an Dokumentationen für das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Auf das Thema "LSBT mit Behinderung" seien sie aber aufgrund privater Bezüge gekommen. Hier stünde derzeit kein konkretes Projekt an. Vielmehr würde sie einfach die Lebenswirklichkeit von LSBT mit Behinderung interessieren. An Produktionen, an denen sie sonst beteiligt seien, störe sie manchmal, wenn anhand von Einzelschicksalen bestimmte Probleme in den Mittelpunkt gerückt würden. Ihnen sei dagegen der ganze Mensch wichtig. Neben schweren Zeiten gäbe es im Leben eines jeden Menschen, gleich welcher Coleur, ja immer auch Lebensfreude und Spass. Das rüber zu bringen, sei ihnen ein Anliegen.

Justus und Ilja stellen viele Fragen. Das gemeinsame Gespräch streift alle möglichen Aspekte im Leben von LSBT mit Behinderung: Coming Out, Partnerschaft, Familie, Verhältnis von Lesben und Schwulen, von Hörenden und Nichthörenden, Vielfalt der Szene. Ilja wünscht sich Wege, noch näher dran zu sein am Leben von LSBT mit Behinderung: "Wir wissen ja nicht, wie Euer Alltag aussieht!"

Corrie bietet an, eine Rundmail von Justus und Ilja über den Mailverteiler von RAR - RICHTIG AM RAND zu versenden. Wer Interesse an einem intensiveren Kontakt zu den beiden habe, könne diesen dann ja herstellen. Wer regelmäßig das RAR-Café besuche, sei außerdem zum Teil auch auf Facebook präsent. Ein intensiverer Austausch sei auch möglich in Corries Forum, erreichbar über: www.handicap-im-regenbogen.de

Justus und Ilja bedanken sich gegen Ende für die Offenheit der Runde, sich mit ihren Fragen und Anliegen zu beschäftigen. Anwesende laden die beiden ein, einfach auch weiterhin das RAR-Café zu besuchen. Auch alle anderen Anwesenden zeigen sich zufrieden mit dem erfolgten Austausch. Allerdings zeigt ein Anwesender klar, daß er wegen des eigentlich angekündigten Themas angereist sei: "Meine Familie und ich." Corrie versichert, daß das Thema beim nächsten RAR-Café den ihm gebührenden Raum einnehmen werde.

Ausblick

Am 25.11.2013 findet eine Veranstaltung der Kölner Selbsthilfe statt: "Gemeinsam mehr bewegen!" - Corrie, Theo und Andreas werden daran teilnehmen. Sie wollen anwesenden Vertreter_innen aus Gremien und Politik auf den Zahn fühlen, was für ein größeres Miteinander von Nichthörenden und Hörenden getan wird.

Einige unter uns besuchen Anfang Dezember mit Lisa Steinmann, Kölner Mitglied des Landtags, den Landtag in Düsseldorf.

Ende November findet in Köln die BearPride 2013 statt, ein bundesweites Treffen schwuler Bärenmänner. Einige unserer Männer denken nach über einen gemeinsamen Besuch der Bärensauna am 29.11.2013 im Babylon.

Das nächste RAR-Café ist erst im neuen Jahr und zwar am Samstag, 15.02.2014, 15.00 bis 18.00 Uhr im Rubicon. Gesprächsrunde: "Meine Familie & ich."

Allen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch !!!


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Zwölftes Café-Geflüster ...

Zwölftes RAR-Café am 17.08.2013

Corrie und Andreas bringen Kaffee mit. Reiner und Jeff richten den Saal. Frank ist auch schon früher da - auf eigene Faust. Von Begleitung - wie einst - keine Spur. Lisa und Steffie dolmetschen für ihn. Jens aus Bonn ist ein alter Hase. Er war in den Frühtagen von RAR immer mit dabei. Er kommt heute wegen des Themas. Jonathan ist ebenfalls aus Bonn. Es ist sein erstes Mal. Er kommt gemeinsam mit Jan aus Essen - "gemeinsam Gruppe gucken". Auch Hans und Arnd aus Bochum sind diesmal wieder mit dabei.

Urlaub nach Maß - so geht´s!

Nach Kaffee und Kuchen widmete sich die Runde dem heutigen Thema: "Urlaub nach Maß - so geht´s!" Eine Rundmail im Vorfeld stellte hierzu Fragen:
- Behindertenfreizeit oder auf eigene Faust?
- Schwulencamp oder frauenbewegt?
- Mit Mama, Assistenz oder Partner?
- Welche Wünsche hast Du an den idealen Urlaub - den Urlaub nach Maß?
- Welche Erfahrungen hast Du gemacht? Welche Handicaps hast Du überwunden?
- Wie nimmst Du eine Auszeit, wenn das Geld nicht reicht?

Jeff hat dem Anbieter einer Behindertenfreizeit im Schwarzwald gesagt, daß er schwul sei. Er bekam ein Doppelzimmer mit einer Frau. Das fand er doof. Jens benennt feine Unterschiede bei solchen Anbieter. Oft würde man schon am Telefon merken, woran man ist. - Andreas berichtet von schwulen Urlaubshochburgen in Spanien. Leider gäbe es gerade dort meist keine rollstuhlgerechten Hotelzimmer.

Corrie berichtet von einem Urlaub im barrierefreien Hotel. Die Gruppengespräche jeden Abend an der Hotelbar über Hilsmittelverordnungen ist er leid. Die Nächte seiner nächsten Reise verbringe er wieder in Hotels, in dem es nur ein behindertengerechtes Zimmer gäbe. Jan und Jens schwören auf bestimmte Ketten, die hier alle dem gleichen Standard entsprächen. Da wäre das behindertengerechte WC im Zimmer immer gleich gut.

Ein anderer am Tisch berichtet: "Mein Mann hat kein Problem mit meinem Rollstuhl. Aber er will nicht, daß wir zum Flugzeug von Uniformierten des Roten Kreuz eskotiert werden. Das würde so unangenehm auffallen." - Reiner ist viel unterwegs mit der Bahn. Er besucht CSD´s und pennt bei Bekannten. Seine größte Reise dieses Jahr sei mit Leuten von queerhandicap e.V. zum Kirchentag nach Hamburg gewesen. Allein sei er da auch nicht hingefahren.

Hans benötigt zeitweise Assistenz. Er organisiert sie sich und weiß Bescheid, wie er sie speziell für Reisen vom Amt finanziert bekommt. Arnd war schon seit 15 Jahren nicht mehr im Urlaub. Urlaub mit Mama käme nicht mehr in Frage und Urlaub mit Assistenz sei zu kostspielig. Hans und Jens zeigen daraufhin Finanzierungswege für Reiseassistenz auf.

Arnds Miene hellt sich auf:
"Ich war schon seit 15 Jahren nicht mehr im Urlaub. Ich glaube, ich habe wieder Lust darauf!"

Das nächste RAR-Café ist am Samstag, 16.11.2013, 15.00 bis 18.00 Uhr.


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Elftes Café-Geflüster ...

Elftes RAR-Café am 18.05.2013

Corrie, Andreas und Jeff sind wieder die ersten. Sie verzichten auf den Aufbau der Tische in der Lobby, dem großen Tagungsraum im Rubicon. Der kleinere Gruppenraum tut es doch auch, entscheiden sie. Das war ein Fehler, wie sich herausstellt. Vierzehn Personen, davon drei im Rollstuhl suchen an diesem Tag bei uns ein Plätzchen für sich. Es wird eng.

Frank aus Bonn bringt Manfred mit. Frank aus Brühl dagegen ist heute solo - von Doris keine Spur. Gebärdend wohnen Marcel und Markus der Runde bei. Auch Sebastian und Reiner bringen sich ein. Theo steht heute auf der Vermißtenliste. Hans hat es dafür nach langer Zeit mal wieder zu uns verschlagen. Drei Weitgereiste komplettieren die Runde: Arnd aus Bochum, Lothar aus Münster und Philipp vom Dorf - schon morgens früh ist er zu uns aufgebrochen.

Zunächst beschnuppert sich die bunte Schar bei Kaffee und Kuchen. Es fehlen die Lesben, stellt einer fest. Vielleicht sind die heute alle in München, erwidert ein anderer. In München ist an diesem Wochenende Lesbenfrühlingstreffen, kurz "LFT", ein Ort, wo sich Lesben mit Behinderung seit Jahren schon gut aufgehoben fühlen. Es folgt ein Austausch über die Frage, wie gut oder schlecht Lesben und Schwule miteinander können. Andreas leitet über zur Themenvorgabe:

Alles Natur? Sexuelle Identität im Fokus

Der Austausch in der großen Runde bewegt sich recht schnell weg von der Ausgangsfrage, woher "es" kommt. Vielmehr interessiert die Frage, wie "es" sich ins eigene Leben einbauen läßt.

Philipp berichtet von Versuchen, online Kontakt zu nichtbehinderten schwulen Männern aufzubauen. Seit einiger Zeit besuche er aber auch Gruppen, wie RAR - RICHTIG AM RAND. Hier sei es wahrscheinlicher, reale Kontakte zu knüpfen. Der persönliche Austausch von Erfahrungen mit anderen Lesben und Schwulen mit Behinderung tue im gut. Vom Dorf in die Großstadt und wieder zurück an einem Tag: Trotz Rollstuhl und viel Umstand lohne sich der Aufwand auf jeden Fall.

Corrie und Andreas berichten von einem Workshop beim Evangelischen Kirchentag in Hamburg Anfang Mai 2013. Ein junger Teilnehmer habe gestanden, Selbstbefriedigung als Sünde zu empfinden. Er habe immer ein schlechtes Gewissen, wenn er es dennoch täte. Andere beim Workshop hätten ihm Mut zugesprochen. Eine ältere Frau hätte klar gemacht: Sexualität in all seinen Formen sei von Gott gegeben und daher auch in Ordnung.

Auch andere im Raum erzählen, daß sie sich in ihrer Jugend freischwimmen mußten von diversen kirchlichen Moralvorstellungen. Ein Anwesender bekennt, daß es für ihn lange Zeit schwer war, sich von den Glaubens- und Moralvorstellungen seiner Eltern zu distanzieren. Schließlich sei er aufgrund seiner Behinderung immer sehr stark auf die Unterstützung seiner Eltern angewiesen gewesen.

Ein Gast in der Runde wettert mit scharfer Zunge insbesondere gegen die katholische Kirche. Menschen seien frei geboren. Sie sollten endlich aufhören, sich nun gerade von Kirchen sagen zu lassen, was Recht und Unrecht sei.

Ausblick

Gegen Ende lädt Corrie noch ein zur Teilnahme an der gemischten Gruppe von Rollis und Fußis bei der CSD-Parade Köln am 07.07.2013. Sie wird dieses Jahr offiziell angemeldet über queerhandicap e.V.

Das nächste RAR-Café ist dann wieder im Rubicon, und zwar am Samstag, 17.08.2013, 15.00 bis 18.00 Uhr.


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Zehntes Café-Geflüster ...

Zehntes RAR-Café am 16.02.2013

Corrie, Andreas und Jeff sind ein eingespieltes Team. Sie bereiten alles vor. Andreas hat für heute sogar selbst Kuchen gebacken. Doris läuft Frank entgegen, sie kommen gemeinsam. Reiner kommt heute ohne Sebastian, der liegt mit Erkältung im Bett und läßt schön grüßen. Lisa und Ellen gebärden für Theo. Björn und Nicole haben für heute leider abgesagt. Überraschend besucht heute auch Arnd aus Bochum das RAR-Café. Auch Simone war schon sehr lange nicht mehr bei unseren Treffen. Sie hat einen besonderen Bezug zum Thema. Als sie eintrifft, ist noch genau ein Stück Kuchen für sie da.

Alles jeck? - Karneval & ich ...

Die heutige Gesprächsrunde trägt den Titel: "Alles jeck? - Karneval & ich..." Ausgangspunkt des Gesprächs ist ein Vorhaben von Stefan Vobis, einem Filmemacher aus Köln. Wir haben ihn für heute eingeladen.

Stefan Vobis plant in Zusammenarbeit mit Rosa von Praunheim eine filmische Dokumentation über den schwul-lesbischen Karneval in Köln. Ein Aspekt soll die Frage sein, wie Lesben und Schwule mit Behinderung Karneval erleben und feiern.

Stefan führt aus, daß Künstler, wie Hella von Sinnen, Cornelia Scheel, Georg Uecker, Ralph Morgenstern und Dirk Bach in den 90er Jahren den Rosa Karneval in Köln populär gemacht hätten. Sie hätten den dumpfen minderheitenfeindlichen Tendenzen des klassischen Karnevals etwas entgegen setzen wollen. Rosa Sitzung, Röschensitzung, Rosa Funken, Pink Poms und die StattGarde Colonia setzten seitdem Akzente für einen anderen Karneval.

Mit Rollstuhl und Trompete

Simone erzählt von ihren jährlichen Einsätzen mit dem Kunstorchester "Kwaggawerk". Immer ist sie mit dabei - mit Rollstuhl und Trompete im Kölner Straßenkarneval. Dieses Jahr war sie mit ihrem Orchester beteiligt im "Zoch vor dem Zoch". Der läuft seit 2007 jedes Jahr dem regulären Rosenmontagszug voraus. Er wird gestaltet von linken Gruppen und selbst ernannten Untergrundjecken.

Corrie berichtet aus seinen jungen Jahren. Er habe damals eine Stammkneipe im Kwartier Latäng gehabt, in der er immer - auch zu Karneval - zusammen mit seinen Zivis gesessen habe. In eine schwule Kneipe sei er allerdings nie gegangen - aus Rücksicht auf seine nichtschwulen Zivis.

Corrie berichtet aber auch von angetrunkenen Männern in der Straßenbahn, die zu Karneval ihr Herz für ihn entdecken. Er weiß von beschwipsten Damen, die ihn auf der Zülpicher Straße stürmisch umarmen und bützen. Nicht immer sei das ein gutes Gefühl, manchmal erlebe er es als übergriffig. Schließlich sitzt er im Rollstuhl, ist Spastiker, kann sich nicht gut wehren.

Im Laufe des Gesprächs erörtern die Teilnehmenden, wie leicht oder schwer es für Menschen mit Behinderung ist, im Karneval Leute kennen zu lernen. Theo fällt es leicht, andere Gehörlose in der Kneipe kennenzulernen. Man erkenne sich schnell am Gebrauch der Gebärdensprache. Und dann kümmere man sich nicht mehr um die Hörenden.

Reiner lobt wieder mal die Vorzüge der nonverbalen Kommunikation in der schwulen Sauna. Das gesprochene Wort gelte hier nicht so viel. Andere Teilnehmende wenden aber ein, daß sie aber auch dort lieber mit Schwulen zu tun haben, die auf ihrer Wellenlänge seien.

Flucht aus der Villa

Rollstuhlnutzer in der Runde weisen daraufhin, daß grundsätzlich Karneval ein schwieriges Feld ist, weil es in der kalten Jahreszeit stattfinde. Oft sei es einfach zu kalt, um draußen Spaß zu haben. Außerdem sei es an den Hochtagen zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag zu voll in den Straßen, insbesondere in der Altstadt. Da halte man sich lieber fern.

Andere in der Runde bekennen, daß sie regelrechte Karnevalsmuffel seien. Doch das helfe nicht immer. Eine Teilnehmerin sagt: "Wenn die eigene Wohngruppe für Menschen mit Behinderung zur Karnevalssitzung fährt, muß ich mit. Alle Betreuer würden beim Ausflug gebraucht, kein Bewohner darf ohne Betreuung allein in der Wohngruppe zurück bleiben. Was ich selber will, interessiert da nicht!"

Corrie lebt mit Assistenz. Er hat zum Glück die volle Freiheit. Er hat auf Weiberfastnacht, also am Donnerstag, Köln in der Frühe vom Hauptbahnhof aus verlassen. Er hatte Termine in Berlin, Hamburg und Dortmund. Er sagt: "Ich glaube, ich werde alt. Mir war es nicht unangenehm, zu gehen." - Stefan Stefan wohnt in der Kölner Südstadt. Er sagt, daß es dort unmöglich sei, sich dem Karneval zu entziehen. Wer da wohne, müsse das mögen.

Reiner stellt fest, daß in der "Villa anders", dem schwullesbischen Wohnprojekt, in dem er ansonsten sehr gerne wohnt, niemand außer ihm den Karneval liebt. Jedes Jahr treibe ihn Karneval zur Flucht aus der Villa.

Ausblick

Stefan Vobis bedankt sich am Ende für die interessante Runde - wir danken ihm. Er hat sich während des Gesprächs viele Notizen gemacht. Wir werden mit ihm in Verbindung bleiben. Zu einem späteren Zeitpunkt werden wir über den dann aktuellen Stand seines Projekts berichten.

Das nächste RAR-Café ist am Samstag, 18.05.2013, 15.00 bis 18.00 Uhr im Rubicon.



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