Servicemenü


Grafiklink: RAR-Logo, interner Verweis zur Startseite

Titel der Website

RAR - RICHTIG AM RAND
Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender mit Behinderung
- mit und ohne Partner


Du bist hier: Startseite > RAR-Café > Café-Geflüster 2011






Sechstes Café-Geflüster ...

Sechstes RAR-Café am 19.11.2011

Oh Schreck, Andreas hat den Fotoapparat vergessen! Dafür hat Corrie ausreichend Kaffee im Gepäck. Ingo macht den Eskortservice für Arne. Iris kredenzt Kuchenspezialitäten. Theo aus Bonn ist neu. Er ist fast gehörlos. Gebärdendolmetscher haben wir organisiert. Auch Holger aus Leverkusen ist neu. Das Rubicon hat ihn zu uns gelotst. Reiner ist zum X-ten Mal dabei, Sebastian läßt sich auch mal wieder blicken. Jeff ist spät dran, er hat sich verlaufen.

Vor einer Woche ging eine Einladung zum RAR-Café über den RAR-Verteiler - wie immer. Viele sind der Einladung gefolgt. Cindy, Christian, Frank, Donate, Anette, Thomas, Simone haben abgesagt. Soviel Resonanz auf die übliche Einladung gab es noch nie.

Die heutige Gesprächsrunde war überschrieben mit: "Les-Bi-Schwule Lebenswelten - und ich?" Arne eröffnet die Runde: "Jemand hat mir erzählt, wir reden heute über das 'Cruising'." Cruising meint das Herumlaufen von Schwulen an bestimmten Orten auf der Suche nach anonymen Sex. Jede größere Stadt hat solche Orte, sie werden auch 'Cruising-Areas' genannt.

Für mehrere schwule Männer am Tisch ist Sex ohne Liebe nicht vorstellbar. Andere sehen darin eine Freiheit. Sie verhelfe zu Sex, solange ein fester Partner nicht in Sicht sei. In einer schwulen Sauna etwa, könne mann Sexpartner finden trotz Sprachbehinderung. Reden sei hier nämlich nicht angesagt. Üblich seien andere Signale. Leider seien Cruising-Areas meist nicht barrierefrei. Orte draußen seien kaum rollstuhlgerecht. Schwule Saunen hätten oft Stufen.

Ein Teilnehmer im Rollstuhl erzählt, daß er Kontakt zu Sexpartnern über das Internet knüpft. Nach vielen Jahren ohne Sex sei er vor gut zehn Jahren aber froh gewesen, diese Möglichkeit für sich entdeckt zu haben. So habe er letztlich auch seinen jetzigen festen Partner kennengelernt.

Zwei in der Runde bekennen sich dazu, sexuelles Interesse nicht nur an einem Geschlecht zu haben. Sie lebten beide in festen Partnerschaften, hätten ihrem Partner aber signalisiert, daß sie sich sexuelle Kontakte auch jenseits der Partnschaft vorstellen könnten. Beide berichten, daß die Offenheit ihre jeweiligen Beziehungen stabilisiert habe. Die anwesenden Partner bestätigen dies.

Ein andere Lebenswelt ist auch die der Gehörlosen. Die fehlende gemeinsame Sprache trennt Hörende von Nicht-Hörenden. So wissen hörende Lesben und Schwule in Köln oft nicht, daß gehörlose Lesben und Schwule in Köln einen eigenen Verein haben: "Gehörlose Lila und Rosa Köln 1989 e. V." Dieser Verein hat umgekehrt aber auch kaum Kontakt zu hörenden Lesben und Schwulen. Man bleibt oft unter sich. Theo aus Bonn findet das schade. Er will das ändern.

Kommunikation mit Gehörlosen funktioniert nur mittels Gebärdensprache. Damit Leute, wie Theo, weiterhin am RAR-Café teilnehmen können, benötigen wir den Einsatz von Gebärdendolmetschern. Diese kosten aber viel Geld. Die Runde am Tisch diskutiert Wege, hierfür an Geld zu kommen. Eine Idee ist das "persönliche Budget". Ein Teilnehmer macht den Vorschlag, im neuen Jahr 2012 mal einen Experten zum "Persönlichen Bugdet" einzuladen.

"Gehen wir abends gemeinsam zur "Rosa Fete" an der Uni?" Manche am Tisch sind sich sicher: "Nein, das ist nicht meine Welt." Reiner, Sebastian und Theo entscheiden sich aber dafür ...

Das nächste RAR-Café ist dann am Samstag, 18.02.2012, 15.00 Uhr im Rubicon.

P.S.:
Die Fotos nebendran zeigen daheim gebliebene. Es sind Weggefährt_innen, die diesmal nicht beim RAR-Café dabei waren. Die Fotos sind entstanden beim Auftritt von RAR bei der CSD-Parade Köln 2011.

nach oben


Fünftes Café-Geflüster ...

Fünftes RAR-Café am 20.08.2011

Tische und Stühle waren schon an Ort und Stelle. Frank und Andreas mußten sie nur noch ein wenig zurecht rücken nach Anweisung von Corrie. Neue Gesichter beim RAR-Café: Donate reiste mit ihrem Assistenten aus Trier an. Jeff hat sich mutig zu uns durchgefragt. Michael kam gerade verschwitzt von der Arbeit.

Gemeinsam mit Aster, der Gebärdendolmetscherin, gab ein Wort das andere. Wir warteten auf Frank und seinen Betreuer Christian. Und auf den Kuchen. Kurz nach drei waren sie da: Ingo und Iris mit Kuchen, Christian ohne Frank. Frank sei nicht da. Auch später tauchte er nicht mehr auf - schade. Dafür kam noch Reiner dazu. Und Thomas entschuldigte sich und Arne via E-Mail für ihr Fernbleiben.

Wegen der vielen "Neuen" gab es ein ausführliches Kennenlernen. Vier Fragen wurden reihum beantwortet: Name? Herkunft? Urlaubsland? Warum bin ich hier? - Es wurde eine heitere Runde. Viel Neues trat zu Tage.

Hat "RAR" noch Zukunft?

Gegen vier Uhr starteten wir das vorher angekündigte Tischgespräch. Thema: "Hat RAR noch Zukunft?" Immer wieder gibt es Stimmen, der Name unserer Gruppe sei eher abschreckend: "RAR - Richtig am Rand" Corrie und Andreas schlugen vor, sich mal über einen neuen Gruppennamen zu unterhalten. Es wurden Pro- und Contra-Argumente ausgetauscht.

Hauptkritikpunkt sei, daß der Name die negative Seite der eigenen Lebenssituation in den Mittelpunkt stelle. Ein neuer Gruppenname solle nicht die Außenseiterposition betonen, sondern positiver klingen.

Ingo und Iris wendeten ein, daß gerade der Gruppename sie zur Gruppe gebracht habe. Er sei die exakte Widergabe dessen, was sie erleben. Hier fühlten sie sich verstanden und aufgehoben. Der Name wende die Erfahrung ins Positive: "Ich bin nicht 'verkehrt', sondern ich bin 'richtig', da wo ich bin. Ich darf so sein." Mit dem Begriff "rar" verbinde er auch Eigenschaften, wie "selten", "edel", "kostbar".

Reiner betonte, daß der Name nach sechs Jahren "RAR" ja auch allgemein bekannt und eingeführt sei. Corrie und Andreas berichteten, wie schwer es sei, "queerhandicap" als bundesweite Anlaufstelle für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*Menschen mit Behinderung zu etablieren. Aus dem gesamten Bundesgebiet gäbe es ständig Anfragen zum Thema über richtigamrand.de. Trotz jahrelanger Werbung gäbe es aber nur selten Anfragen über queerhandicap.de.

"Quertreiber" sind "einfach anders"

Donate tüftelte dennoch an neuen Namen: "Queerschläger", "Queerschlag", "Gegenstrom", "Quertreiber". Andreas bekannte sich zu seiner Kreation: "Einfach anders". Das Café könne dann als das "andere Café" beworben werden. Die Stimmung im Raum war eher so, den alten Namen beizubehalten. Doch den Anwesenden war klar, daß die Diskussion bei anderer Zusammensetzung vielleicht anders verlaufen wäre. Eine Idee war, die gesammelten Namensideen Gründer_Innen neuer Gruppen in anderen Städten an die Hand zu geben.

Vereinbart wurden schließlich noch eine Reihe von Terminen. So hat RAR gemeinsam mit queerhandicap e.V. am 17.09.11 einen Infostand beim Selbsthilfetag in Hürth. Corrie sagte zu, er werde Anfang September alle über diesen und alle weiteren Termine auf den neuesten Stand bringen. Das nächste RAR-Café ist dann am Samstag, 19.11.2011, 15.00 Uhr im Rubicon.

nach oben


Viertes Café-Geflüster ...

Viertes RAR-Café am 22.05.2011

Corrie und Andreas waren früh dran. Reiner auch. Corrie hat vorsorglich ein Pfund Kaffee mitgebracht - Erfahrung macht klug. Bei Zucker und Milch mußten wir improvisieren. Reiner und Andreas kümmerten sich um Tische und Stühle. Frank aus Brühl kam in gebärdenkundiger Begleitung. Er war das erste Mal beim RAR-Café und wollte sich informieren, was wir so machen. Sebastian wollte für heute einen Kuchen backen. Den blieb er jedoch schuldig. Iris und Ingo mit Korb und Kuchen retten die Tafelritter. Arne aus Bonn ließ es sich schmecken. Als Letzter trudelte Thomas ein. Cindy hat leider abgesagt.

Nach Kaffee und Kuchen ging es um den CSD Anfang Juli in Köln. Er steht dieses Jahr unter dem Motto: "Liebe ist ..."

"RAR muß sich entscheiden!"

"RAR muß sich entscheiden!" eröffnete Corrie die Diskussion. Das Rubicon Beratungszentrum lade dieses Jahr alle Gruppen im Rubicon zu einem gemeinsamen Paradeauftritt ein. Ein Paradewagen des Rubicon solle voraus fahren, alle Gruppen der Reihe nach folgen. Die Gruppen blieben als solche erkennbar. Gelbe Luftballons setzten jedoch rubiconfarbene Akzente. Außerdem böte der Paradewagen kurzzeitig einen Platz, wenn die Beine mal nicht mehr tragen.

Die Idee wird kontrovers diskutiert, findet aber schließlich Resonanz im Raum. Nicht alle sagten ihre Teilnahme an der Parade zu. Doch alle beteiligten sich konstruktiv an der weiteren Planung des RAR-Auftritts. Wichtig war allen, daß die Gruppe als eigenständig wahrgenommen wird. Hierzu wurden das Tragen weißer T-Shirts mit RAR-Logo verabredet. Als weiteres wurden eigene Werbung, eigene Presseinfos und ein eigenes Untermotto ins Spiel gebracht.

"Liebe ist ... ein Handicap?"

Andreas lädt ein zum Brainstorming für ein eigenes Untermotto. Manche Vorschläge betonen die Vielfalt, für die LSBT mit Behinderung stehen. Viele Gedanken ranken sich um die Schwierigkeiten von LSBT mit Behinderung bei der Partnersuche: "Ja, wir wollen Sex. Aber wir würden uns wünschen, andere LSBT trauten uns auch Liebe und Partnerschaft zu." Das gemeinsame Thema war gefunden. Doch wie das nun öffentlichkeitswirksam verpacken? Nach viel Abwägen präsentierte uns die Flip-Chart "unser" gemeinsames Motto 2011: "Liebe ist ... ein Handicap?"

Corrie sagte schließlich zu, sich in Absprache mit dem Rubicon um die rechtzeitige Anmeldung bei der Parade zu kümmern. Iris und Ingo kündigten an, für sich T-Shirts mit RAR-Logo machen zu lassen. Andreas sagte das Verschicken des Logos an alle RAR-Mitglieder zu. Es lagen am Ende schon sieben Zusagen für unseren RAR-Auftritt bei der Parade vor. Die Gruppe freut sich über jede weitere Zusage. Auch spontanes Vorbeikommen am Ort der Paradeaufstellung am 03.07.11 ist möglich. Corrie sagte zu, er werde rechtzeitig vor der Parade noch mal über den RAR-Verteiler alle auf den neuesten Stand bringen. Das nächste RAR-Café ist dann am Samstag, 20. August 2011, 15.00 Uhr im Rubicon.

nach oben


Drittes Café-Geflüster ...

Drittes RAR-Café am 19.02.2011

Mehmet und Andreas rückten Tische und Stühle zurecht. Corrie hatte druckfrische Flyer von queerhandicap e.V. dabei. Iris und Ingo besuchten zum ersten Mal das RAR-Café. Iris hat - wie vereinbart - Kuchen gebacken. Ingo spendierte ein Pfund Kaffee. Reiner brachte Sebastian aus dem Oberbergischen mit. Thomas kam in Begleitung von Arne aus Bonn. Noch weiter aus dem Süden reiste Transfrau Sabrina an. Cindy ließ sich krankheitsbedingt entschuldigen.

Zunächst ließen wir uns Iris Apfelkuchen munden. Kaffe oder Tee löste manche Zunge.

Gegen Ende der Kaffeetafel gab Reiner seine Gedanken zu "Hierarchien der Behinderungsarten" preis. Das Gesprächsthema war seit etwa einer Woche angekündigt. Es kam zu einer kontroversen Aussprache. Zwei in der Runde machten ihrem Unmut über die fragwürdige Themenstellung Luft. Ihr Argwohn darüber habe sie erst zur Teilnahme bewogen.

Die angedachten Hierarchien waren eigentlich nicht lange Thema. Stattdessen verdeutlichte der weitere Austausch unterschiedliche, zum Teil gegensätzliche Positionen, was die eigene Behinderung angeht. Manche erleben die Zuschreibung als "Schwule" und "Behinderte" abwertend. Andere tragen sie stolz vor sich her. Manche wollen dem Körperkult, etwa im Schwulenbereich, Contra bieten. Andere bemängeln den schlunzigen Eindruck gerade mancher Behinderter. Manchen sagt RAR als Ort zum "unter sich" sein zu, andere fordern eine Öffnung hin zu "den Nichtbehinderten". Ein Vorschlag war etwa das Einladen von Vertretern anderer schwullesbischer Gruppen, um mehr gegenseitiges Verstehen zu fördern.

Einigen war es wichtig, über ihre Behinderung zu sprechen. Andere meinten, bei uns würde zuviel über die Behinderung gesprochen. Sie regten gemeinsame Freizeitaktivitäten an.

Eine Idee begeisterte schließlich alle Anwesenden gleichermaßen: Ein gemeinsamer Museumsbesuch Anfang April. Informationen hierzu werden in Kürze über Website und Mailverteiler in Umlauf gebracht.

Iris zog am Ende ein positives Resumee: "Ich habe heute sehr viel gelernt. Ich nehme sehr viel für mich mit." Auch einen zweiten Kuchen für das nächste RAR-Café am 21.05.2011 hat sie bereits in Aussicht gestellt.


↑ zum Seitenanfang


Fußzeile

© 2006-2017: Impressum/RAR - RICHTIG AM RAND